PROBLEMATIK
Mit Hunden als Sozialpartnern wird gelebt, gespielt, spazieren gegangen, geschmust,
Sport getrieben, gearbeitet etc. Nicht selten ersetzt der Hund dabei einen menschlichen
Lebenspartner oder Kinder. Dabei kommt es leider vor, dass Hunde über Gebühr
vermenschlicht werden, ihre Natur aus dem Blick gerät und die Kommunikation zwischen
Mensch und Hund gestört ist. Unter ungünstigen Umständen führt dies zu Verhaltensauffälligkeiten beim Hund.
Darüber hinaus passen viele dem Hund eigenen Verhaltensweisen, wie Jagen,
Buddeln, Revier verteidigen usw. nicht in unsere enge Lebenswelt, sie sind aus
menschlicher Sicht schlicht unerwünscht.
Menschen können mit der Erziehung ihres geliebten Sozialpartners überfordert sein,
obwohl sie nach bestem (menschlichen) Wissen und Gewissen alles Erdenkliche
getan haben, um das Verhalten des Hundes in die richtigen Bahnen zu lenken. Kern
des Problems ist, dass unseren Hunden in unserer zivilisierten Gesellschaft zum
einen zuviel Entscheidungsspielraum eingeräumt wird, sie auf der anderen Seite nicht
mehr Hund sein können. Menschliche Betrachtungsweisen wie „partnerschaftlicher,
demokratischer Umgang“ und ausschließlich positive Bestärkung verstellen unseren
Blick für eine notwendig konsequente und artgerechte Erziehung. Hunde brauchen
klare, souveräne Führung – sie benötigen Grenzziehung, damit sie ihre Freiräume
nutzen können.
In anderen Mensch-Hund-Beziehungen wird dem sozialen Bedürfnis des Hundes
nach Zusammensein mit seinen Sozialpartnern nicht ausreichend Rechnung getragen
(Zwingerhunde etc.). Außerdem entstehen durch skrupellose Hundevermehrer zunehmend
Probleme mit mangelsozialisierten Hunden. Letztere fallen nicht selten durch
übertriebene Zurückhaltung oder Angst gegenüber Menschen oder Angst in unbekannten
Umweltsituationen auf. Ausgeglichene, umweltsichere und wohlerzogene Hunde sind immer
seltener anzutreffen. Symptomatisch ziehen Hunde an der Leine, bellen und knurren Artgenossen
oder Menschen an, beißen den Briefträger, bedrohen Kinder und stellen so nicht selten
eine Gefahr für die Allgemeinheit dar.
